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Mutter von 2 Kindern
Marina Bueckle lebte mit ihrer Familie in Lauffen am Neckar, 11.000 Einwohner. Die Familie gehörte mit ihrer Pulloverfabrik zu den größten Arbeitgebern in der Region. Jeder kannte sie, jeder kannte ihre zwei Kinder, und alle wollten mit ihnen befreundet sein. Ferienhaus, ein wunderschönes Eigenheim und finanzielle Freiheit. Ihren Kindern hat nie etwas gefehlt.
„Uns ging es richtig gut.“
02
Chefdesignerin & Besitzerin einer Strickfabrik mit 270 Mitarbeitern
Als Chefdesignerin und Eigentümerin ging jede Kollektion über ihren Tisch, und am Ende des Jahres standen über 30 Millionen DM Umsatz da. Übrig blieben davon ungefähr 3 Millionen DM in Profit. Diese geringe Marge galt damals als Standard.
„Wir waren einer der größten Arbeitgeber in der Region. Jeder kannte uns.“
03
2004: 30.000.000 D-Mark Insolvenz.
Globalisierung verpennt und alles verloren.
Es kam nicht über Nacht. Erst ließen sich die Rechnungen nicht mehr in 30 Tagen zahlen, also wurde geschoben. Dann ging Ralf zur Bank und haftete mit seinem Privatvermögen: Haus, Rücklagen, alles, was die Familie in Jahrzehnten aufgebaut hatte. Er legte es auf den Tisch, um die Firma zu halten. Es reichte nicht. Die Bueckles hatten die Globalisierung verpennt. 2004 war alles weg: die Firma, die Gebäude, das Ferienhaus, 95 % des Privatvermögens. Alles bis auf die Familie.
„Unser Fixkosten-Apparat hat uns gekillt.“
04
15 Jahre später: Millionen mit Internet Firmen.
Danach kam kein Neuanfang, sondern 15 Jahre Kleinarbeit. Marina und Ralf verkauften Firmenkleidung: Kaltakquise, Autobahn, von Unternehmen zu Unternehmen, Termin für Termin. Dann kam die Digitalisierung. Diesmal sahen sie die Welle kommen. Alle sagten, dafür seien sie zu alt. Heute macht die Bueckle Gruppe über 25 Millionen Euro Umsatz. Ohne Lager, ohne Fabrik, ohne großen Fixkostenapparat.
„Wenn ich bei meinem Leisten geblieben wäre, wäre ich heute noch pleite.“